Meine drei Geburtstage mit fast 9 Jahren oder wie strapaziere ich meine Schutzengel!

Hallo ihr da draußen, wie ihr wisst ist mein Name „Rex“ und ich möchte euch eine kleine Geschichte erzählen.
Wie jeden Tag lebte ich in meinem Garten, ohne soziale Kontakte und Liebe, so vor mich hin.
Gleichzeitig in einem entfernten Ort Namens „Holzwickede“ bei Dortmund musste mein jetziges Frauchen ihre geliebte Schäferhündin „Corrie“ einschläfern lassen.
Sie kam auch als Notfall zu meiner jetzigen Familie.
Da mein Frauchen Sie liebte, wurde sie immer wieder, wenn sie Schäferhunde, sah an ihre „Corrie“ erinnert.
Eine Tages schaute ihr Mann auf die Homepage von „Schäferhunde in Not“. Auf dieser Internetseite waren ich and alle anderen Notfälle zu sehen, die ein neues Zuhause suchten.
Ich hatte nur ein Problem: Ich war zu diesem Zeitpunkt schon über 8 Jahre alt und mein jetziges Herrchen wollte keinen „alten“ Hund mehr haben.
So hatte er sich für einen jüngeren Schäferhund aus Kassel entschieden, obwohl seine Frau dagegen war. Aber wie sich „Gott sei Dank“ herausstellte, war der Hund schon vermittelt.
Nach einigen Diskussionen in meiner neuen Familie, obsiegte seine Frau mit der Argumentation, dass man auch älteren Hunden eine Chance geben sollte. Sie wollte mich unbedingt haben, denn sie hatte sich schon in mich verliebt.
Somit war der erste Schritt getan und man hat sich mit Frau Horstmann in Verbindung gesetzt. Man fragte bei ihr nach, ob ich noch zu vermitteln sei. Sie sagte, dass man noch kein neues Zuhause für mich gefunden habe und man hat sich für den nächsten Samstag verabredet. Das war im August 2005.
Am verabredeten Samstag kam Corinna Perle von der Tatzenpension und holte mich aus meinem Garten. Ich freute mich über diesen Spaziergang, denn er war immer eine kleine Abwechslung für mich.
Es war aber kein gewöhnlicher Spaziergang, sondern es war ein Spaziergang in ein neues Leben.
Da trottete ich so an der Leine vor mich hin und da kam mir eine kleine süße Beagle – Hündin „Kimberly“ entgegen.
Wir verstanden uns auf Anhieb und gingen gemeinsam mit den an der Leine befindlichen Zweibeinern spazieren.
Wir kamen an meinem Garten vorbei und ich wollte hineingehen. Aber man zog mich weiter und wir gingen in denn Garten von Frau Horstmann.

Der wurde erstmal von mir und meiner neuen Freundin kontrolliert. Plötzlich wurde ich von meinem jetzigen Frauchen gerufen.
Sie belohnte mich mit einem Leckerchen und ausgiebigen Streicheleinheiten.
Anschließend legte sie mir meinen Maulkorb an (den ich überhaupt nicht brauche) und wir gingen zum Auto. Nach einer für mich endlosen Fahrt kamen wie in Holzwickede an. Es wurde die Heckklappe geöffnet und ich sollte aus dem Auto springen.
Ich hatte so viel Angst, weil alles für mich fremd war, dass ich Herrchen und Frauchen angeknurrt habe und bin im Auto sitzen geblieben.
Nach zwei Stunden und der Überredungskunst von Frauchen sprang ich aus dem Auto heraus. (Die Überredungskunst war ein gebratenes Hähnchen).
Man zeigte mir mein neues Zuhause, den Garten, das Haus und ich bekam einen Hundeplatz im Haus, das war das Paradies!
Gegen Abend wurden meine Augen schwer und nach einem tiefen Seufzer schlief ich ein. Das erste Mal in meinem Leben war ich nicht mehr allein. Am anderen Morgen begann eine bessere Zeit, es gab für mich und meiner neuen Familie viel zu lernen.
Wir gingen gemeinsam spazieren und ich sah wie groß die Welt ist und ich lernte in jeder Minute dazu.
Es gab auch schon einen Punkt, ganz am Anfang meiner neuen Welt, an dem mich Frauchen und Herrchen wieder nach Frankfurt zurückbringen wollten.
Aber die Beiden liebten mich so sehr, dass sie sich professionelle Hilfe geholt haben. Man hat gemeinsam geübt und schon war die Welt wieder in Ordnung.Nun war ich schon drei Monate bei meiner Familie und ich fühlte mich wohl.
An einem Samstag, es war der schlimmste Samstag für alle, wurde mir nach dem Fressen so komisch. Ich wurde unruhig und musste ständig brechen. Mein Frauchen bekam Angst und rief den Notdienst an.
Anschließend fuhren wir dort hin und der Doc untersuchte mich und sagte ich müsste sofort in eine Klinik. Mir ging es immer schlechter und Herrchen musste mich inzwischen tragen.
Als wir in der Klinik angekommen waren, wurde ich geröntgt und man stellte bei mir eine Magendrehung fest.
Die Ärztin sagte zu meinen beiden Zweibeinern, dass es nicht gut aussieht und dass meine Chance zu überleben sehr gering sei.
Trotzdem entschloss man sich zur Operation, Herrchen und Frauchen legten mich schweren Herzens auf einen Transportwagen, mit dem ich in den OP geschoben wurde. Meine OP dauerte zwei nicht enden wollende Stunden und meine Zweibeiner machten sich Sorgen.
Dann kam der erlösende Anruf: Ich hatte die OP überstanden, aber ich sei immer noch ein Risikopatient und ich müsste noch einige Tage in der Klinik verbringen.
Am Sonntagmorgen rief mein Herrchen in der Klinik an und fragte nach wie es mir geht.
Die Ärztin die mich operiert hatte, sagte es ginge mir entsprechend gut, aber sie haben ein Problem mit mir.
Das Problem bestand darin, dass ich keinen mehr an mich ranlasse.
So wurde ich am Sonntagnachmittag aus der Klinik entlassen. Mein Frauchen nahm sich Urlaub und blieb eine Woche zu Hause. Ich war wieder Zuhause, Frauchen pflegte mich und es ging mir jeden Tag zunehmend besser.
Nach einer Woche war ich über den Berg und bin heute wieder der Alte.
Alle haben während der Zeit an mich gedacht und mir die Daumen gedrückt.
Aber für meine Familie war die geglückte OP und das ich alles Gut überstanden habe das schönste Weihnachtsgeschenk.
Dieses Jahr werde ich das erste Mal mit Kimberly und meiner Familie gemeinsam Weihnachten feiern und an Alle die denken die mir geholfen haben.
Viele Grüsse an Alle Euer Rex aus Holzwickede
PS: Es gibt viel zu sehen, also kläffen wir es an ;-)
Nachwort von den Zweibeinern:
An Alle die diese Zeilen lesen und immer noch nicht wissen ob sie einen Notfall bei sich aufnehmen wollen oder nicht, hier ein paar Worte.
Wir haben mit einer 10 Jahre alten Schäferhündin angefangen, die kein Mensch mehr haben wollte. Sie war so stark gesundheitlich angeschlagen, das man ihr nur noch ein halbes Jahr gab. Als wir sie erhalten haben und wir alles medizinisch Notwendige für sie getan haben, blühte sie so stark auf das sie noch zweieinhalb Jahre bei uns lebte bis wir sie einschläfern lassen mussten.
Während ihrer gesamten Zeit bei uns, gab sie uns soviel Vertrauen und Liebe an uns zurück, dass es uns schwer gefallen ist, sie gehen zu lassen.
Mit Rex haben wir einen 8 Jahre alten Welpen übernommen, die langsam aber sicher endlich erwachsen wird. Es gab und es gibt weiterhin soviel neues für ihn zu entdecken, dass es Spass macht dabei zuzusehen.
In der kurzen Zeit, die Rex bei uns ist, hat er ein Vertrauen zu uns aufgebaut, als sei er schon ewig bei uns. Wir hoffen, dass wir noch viele schöne Jahre mit unseren schönen Jungen verbringen dürfen!
Familie Ralf, Doreen und Janina Werner und Kimberly
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