
Am 16.9.05 war es bei uns wieder einmal so weit: Ein geliebtes, 4-beiniges Familienmitglied hat uns verlassen und seine Reise über die Regenbogenbrücke
angetreten! Sissi, unsere älteste Katze ist gestorben, es ging sehr schnell, ihr Herz hat einfach aufgehört zu schlagen.
Jedes Mal denke ich wieder "dieses Mal tut es besonders weh, weil......", aber ich weiß im Grunde, dass es immer wieder die Hölle für mich ist, egal,
wie lange ein Tier bei uns war, ob es lieb oder scheu, unauffällig oder arbeitsintensiv war! Sissi war eher letzteres.
Ich nahm sie am 3.1.03 bei uns auf,weil das Tierheim, in dem ich zu der Zeit tätig war, vom Main überflutet worden war und alle Tiere evakuiert werden mussten.
Sie war damals 13,5 Jahre alt und erst eine Woche im Tierheim, dann hatte sie Ihren ersten Zusammenbruch und kämpfte vom 31.12.02 bis zum 2.1.03 in der
Tierklinik um ihr Leben! Am 3.1.03 wurde sie dort halbwegs fit wieder entlassen, doch das Tierheim war unbewohnbar weil überschwemmt, das war ihr Glück, denn so kam sie zu uns!
Sie war auffällig dünn, ihre Nieren arbeiteten nur noch eingeschränkt und das Blutbild generell war besorgniserregend, alle Werte nicht so wie sie sein
sollten. So beschlossen wir schnell, dass sie garnicht mehr ins Tierheim kommt, sie sollte ein paar schöne, letzte Monate haben!
Daraus wurden 2 Jahre und 8 Monate!!!
Sie hatte einen chronisch entzündeten Magen-Darm-Trakt und konnte ihr Fressen nicht mehr richtig verdauen!
Dazu kam, dass sie immer als Einzelkatze gelebt hatte und meine anderen 3 Katzendamen nicht gerade toll fand! Das zeigt sie gerne, indem sie unsauber war!!
Die ersten Monate mit ihr waren sehr hart, es gab oft Gefauche hier und wir mussten viel Putzen. Eine Couchgarnitur musste dran glauben!
Unser Frust war groß, doch was sollten wir tun, sie zurück ins Tierheim bringen, wo der sichere Tod auf sie wartete???
Das kam nicht in Frage, also, Augen (und Nase) zu und durch, schließlich konnte sie nichts dafür und mit Geduld und Durchhaltevermögen erreicht man bei
Katzen sowieso am meisten!
Nach fast einem Jahr war es gut, besser, als wir je erwartet hatten. Alle Katzen lagen nebeneinander auf der Couch und ignorierten sich -
Sissi hatte sich an das Leben in der Gruppe gewöhnt. Ihre Krankheit dagegen war nicht weg, es war mal besser und mal schlechter, aber sie brauchte zum
Halten ihres Gewichtes (dass im Bestfall bei 2kg lag) 1000g Futter am Tag, respektive 10 Schälchen, denn das Futter aus großen Dosen mochte sie nicht.
Dazu benötigte sie Durchfallmedizin und ab und an mal Antibiose, wenn es mit dem Erbrechen zu schlimm wurde. Wenn sie das alles hatte ging es ihr gut,
sie schmuste und war glücklich und wir waren daran gewöhnt, alle paar Stunden die Katze zu füttern und immer ein Auge darauf zu haben, wie es ihr geht!
3mal waren wir soweit, sie einschläfern zu lassen und 3mal hat sie fast in letzter Minute gebockt und es ging ihr von jetzt auf eben wieder besser,
ich könnte schwören, sie wusste, was wir vor hatten und war dann anderer Meinung!!
Wir haben uns immer gewünscht, dass sie es selber entscheidet, denn wenn man ein Tier schon krank übernimmt und es dann auch noch so tapfer ist wie sie es war,
fällt es extrem schwer, den "richtigen" Zeitpunkt zu finden, wann Schluss ist!
Sie hat es entschieden, sie konnte und wollte nicht mehr und von daher gesehen wissen wir, dass es in Ordnung war, dass sie gestorben ist.
Der Schmerz ist dennoch da!!
Das war das erste Mal, dass ein Tier bei mir von alleine gestorben ist - sie war halt etwas Besonderes, bis in den Tod!
Tschüss, meine kleine Maus, wir vermissen Dich sehr.....